Die
Errichtung der "Ewigen Lampe" steht in unmittelbarem Zusammenhang
mit der Stiftung und des Baus des Klosters Ilfeld. Das Jahr 1103 war grundlegend
für die Entstehung des Fleckens Ilfeld und der Nachfolgenden Entwicklung
des Ortes verbunden und somit von großer historischer Bedeutung.
Graf Elger I. von Ilfeld hat gemeinsam mit seinem Schwiegervater, Graf Christian
von Rothenburg, innerhalb eines Erbstreites im Jahr 1103, den Grafen Kuno von
Bleichlingen, Sohn Ottos von Northeim, erschlagen.
Zur Sühne stiftete Graf Elger I. die "Ewige Lampe". Errichtet
wurde diese genau an der Stelle, wo die Bluttat geschah. Auf Geheiß der
sehr gottesfürchtigen und gläubigen Gemahlin Lutrude entstand in unmittelbarer
Nähe zur "Ewigen Lampe", das gestiftete Kloster.
Die "Ewige Lampe" zählt zu den ältesten historischen Symbolen
Ilfelds. Wie die erste "Ewige Lampe" aussah, ist leider nicht mehr
nachvollziehbar. Sie wird, laut überlieferten Nachrichten, als " lampadeam
cum candela perpetua" bezeichnet.
Um das Jahr 1700 hat die Urform der "Ewigen Lampe" unverändert
an seinem heutigen Platz gestanden. 1709 schreibt Herr Leukefeld aus Quedlinburg
in seiner Schrift "Antiquitates Ilfeldenses" folgendes:
"Welches brennende Licht auf einem steinernem Pfeiler
aufgerichtet gestanden,
welches noch vorhanden und auf dem Platze vor der Klosterkirche
bei der Schulwohnung gesehen werden kann"
Die aus Steinen erbaute "Ewige Lampe" stand, laut Aussagen von Karl
Meyer, Lehrer und Historiker aus Nordhausen, nach einem Auszug aus seinem Buch
"Die Geschichte des Klosters Ilfeld", noch am Anfang des 18. Jahrhunderts
am alten Platz, westlich der Klosterkirche, ca. 20 Meter jenseits der heutigen
Durchgangsstrasse, also unmittelbar am Eingang zum Ilfelder Tal.
Später sind die Steine in einem Schuppen aufbewahrt worden. Von dort sind
die Teile bei Abbruch des Klosters im Jahre 1859 verschwunden, aber zwei Blöcke
lagen noch immer im Garten. Sie fanden keine Beachtung. Im Volksmund wurden
die Überreste allerdings immer wieder als "Ewige Lampe" bezeichnet.
Ein kegelförmiger Block war vielen Zöglingen der Klosterschule sicher
bekannt. Zu Schimmelpfennigs Zeiten, er war von 1870- 1898 Direktor der Klosterschule,
wurde in der Vertiefung des Steins stets Wasser für die Singvögel
gehalten. Vor einigen Jahren lagerte man den Stein in der Krypta des ehemaligen
Klosters. Hier trägt er, wie ein Kelch, die Kanzel der Krypta.
Im
Jahre 1932 wurde "Ewige Lampe" von Ilfeld wieder hergestellt. Sie
besteht aus braunem Tuffstein. Das Dach ist ein Block in Form eines Kegels,
der von drei Pfeilern getragen wird. Die Form dieser Lampe ist Alfred Höger
zu verdanken.
Am 14. Juni 2003 fand auf dem ehemaligen Klostergelände - heute Gelände
der Neanderklinik "Harzwald" GmbH - der 900. Jahrestag der "Ewigen
Lampe" und der 900. Jahrestag der Grundsteinlegung des Klosters Ilfeld
statt.