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Der Raubritter vom Bielstein

Im Gottestal bei Ilfeld befindet sich der Felsvorsprung Bielstein in Gestalt einer Kanzel. Einer Sage nach wohnte vor langer, langer Zeit der Waldgott Biel in dieser zerklüfteten Felsenwelt. Die "Gotteskanzel" war das Zentrum der Kultstätte. Eine Burg aber hat hier niemals gestanden. Im Berg selbst befanden sich Höhlen, wovon einige von drei Priestern bewohnt waren. Die dort einsam lebenden Priester wachten über die Kultstätte und den Wald. Sie waren die Diener des Waldgottes auf Erden.

Foto: Bielsteine über dem Ilfelder TalDa die Priester weder Ackerbau noch Viehzucht betrieben, mussten ihnen die Waldleute aus den 15 umliegenden Siedlungen Nahrung bringen. Waren die Vorräte erschöpft, zündeten sie ein Feuer an und schwenkten einen brennenden Strohwisch. Diese Zeichen mahnten die tributpflichtigen Bauern und Siedler, wieder Vorräte herbeizuschaffen.

Aus der Geschichte wird weiter berichtet, dass 746 Sendboten des Bischofs Christoph Bonifacius in den Südharz kamen. Sie bemühten sich, auch in den entlegenen Walddörfern und Siedlungen die römische Christenreligion einzuführen. Damit war für die heidnischen Götter und Priester kein Platz mehr auf den Bielsteinen. Bonifacius selbst kam im Jahre 715 als 34jähriger Mönch von England in deutsche Lande, und wurde vom römischen Papst zum Bischof von Mainz ernannt.

Auf den Bielsteinen befanden sich später neben Steinhöhlen auch Schutzhütten, die mit Holzschindeln gedeckt waren. Hier sollen Ritter und Knappen des Raubritters Elger I. vom Bielstein gehaust haben.

Ritter Elger I. unterhielt große Ländereien, die vom Steinmühlental über Sophienhof bis nach Hohnstein reichten. Trotz des Besitzes dieser Ländereien mussten die Waldhüter, es sollen 70 an der Zahl gewesen sein, nicht nur das Wild hegen, sondern auch für Nahrung und Kleidung für den Raubritter und seine Knappen sorgen.

Ritter und Knappen ermächtigten sich vieler Gefangener, die sie in Höhlen verbargen und bewachten. Was mit ihnen geschah, geht aus den Überlieferungen jedoch nicht hervor.

Graf Elger der I. vom Bielstein, verstorben im Jahre 1154, erbaute die Ilburg auf dem heutigen Burgberg in Ilfeld, in dessen unmittelbarer Nähe die Ilgerstraße entlang in Richtung Harz führt. Reste der Burg sind noch heute zu besichtigen.

 
 
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