Geschichtliches über Ilfeld
Ende des 10. Jahrhunderts wurde unter der Herrschaft der Grafen von Bilstein der mittlere und obere Bereich in einer Hand vereinigt. Bei einer gegen Ende des 11. Jahrhunderts anscheinend erfolgten Teilung kamen die obere Cent und der Westen an die ältere Linie, die sich Grafen von Clettenberg nannte, der mittlere Teil im mittleren Cent an die jüngere Linie, der Grafen von Ilfeld. So wird die Burg Ilfeld gegründet. 1110 verkauft Graf Elger I. von Ilfeld den Ostteil seiner Herrschaft an den Grafen Konrad von Sangerhausen, der die Burg Hohnstein erbaute und den Titel eines Grafen von Hohnstein führte. Nach 50 Jahren fiel Hohnstein durch Heirat an Ilfeld zurück. Die Grafen von Ilfeld nennen sich nun Grafen von Hohnstein. Anno 1154, erstmalige Erwähnung des Namens „Ile-velt“ in einer Urkunde Herzog Heinrich des Löwen von Braunschweig für das Kloster Volkenrode in Thüringen, ausgestellt in Herzberg am Harz. Nach einer Wallfahrt 1172 in das Heilige Land im Gefolge Herzogs Heinrich des Löwen stiftet Graf Elger II. von Ilfeld-Hohnstein in Gemeinschaft mit seiner Frau Lutrude 1189 das Prämostratenser Kloster von Ilfeld, welches vom König Heinrich VI. urkundlich 1190 in Saalfeld bestätigt wurde.
Der Name „Ilfeld“ soll der Sage nach, von Frau Hilde einer mythologischen Gestalt, abgeleitet worden sein. Sie soll ihren Wohnsitz an der Frauenburg gehabt haben. Alte Klostersiegel geben über den Ortsnamen Auskunft. Aus Yhl-veld, Hilveld, Ylevelt ist dann Ilfeld entstanden. Nach einer Umgestaltung wurde das Kloster 1246 eine Prämonstratenserabtei. Die Ilfelder Mönche wählten ihre eigenen Äbte, die dann vom Erzbischof in Mainz bestätigt wurden. Am 20. Mai 1322 verkaufen die Grafen von Hohnstein die Gemeinde Wiegersdorf an das Kloster Ilfeld. Das Grafendorf wird 1240 urkundlich erwähnt. Im Mittelalter besaß das Kloster zahlreiche Höfe und Fischteiche hier im Ort.
In einem Brief an Friedrich, Abt des Klosters Ilfeld, gestatten die regierenden Grafen Ulrich, sein Sohn Dietrich und seinem Vetter Dietrich, Grafen von Hohnstein, vom 17. September 1385 die Gründung eines Selbstständigen Fleckens Ilfeld. Noch im 18. Jahrhundert bestand der Flecken Ilfeld lediglich aus der Feldgasse, Hinter- und Vordergasse sowie Mittelgasse. Die Bürgervorsteher wurden vom Stift Ilfeld für den Flecken ernannt und per Handschlag verpflichtet. Die Einunge enthält eine Reihe von Strafbestimmungen und gibt Auskunft über die Befestigungsanlagen des Dorfes. Darüber kommt es im 15. Jahrhundert zu einem lang andauernden Rechtsstreit zwischen den Landesherren und dem Stift Ilfeld. Die Beschwerde des Klosters Papst Bonifaz hatte Erfolg.
Harzer Lande im Bauernkrieg
Frondienste, Missernten, ständig steigende Abgaben, Fehden und Krankheiten waren die Ursachen wachsender Not der Landbevölkerung. Kloster Ilfeld und Walkenried erhoben den zehnten Teil des Einkommens, ursprünglich auch Getreidezehnt genannt. Zur selben Zeit erreichte auch das Kloster Ilfeld sein Schicksal. Der als geizig bekannte Abt Bernhard hatte die Kostbarkeiten und Urkunden nach der Burg Hohnstein gebracht. Als nun die Bauern des Stolbergischen Amtes Hohnstein das Kloster plünderten, machten sie dabei geringe Beute. Die Einführung der Reformation und die Gründung der evangelischen Pfarre in Ilfeld nachdem Abt Bernhard Mitzschefal im Sommer 1544 verstorben war, wurde Prokurator Thomas Stange am 29. November 1544 zum neuen Abt des Klosters Ilfeld erwählt. 1546 führte Thomas Stange die Reformation im Kloster und Flecken Ilfeld ein und gründete mit seinem Conventsbruder Andreas Marholt am 8. März 1551 die neue evangelische Pfarre in Ilfeld. Am 10. April 1559 starb der verdiente Abt Thomas Stange. Sein Nachfolger in der Administration wurde Magister Michael Neander, welcher von 1550 an, als Lehrer und Rektor bis zu seinem Tode im Jahre 1595 segensreich an der Klosterschule gewirkt hatte.
Ilfeld wird Industrieort
Am 18. Juli 1524 wird eine Schmelzhütte und ein Bergwerk urkundlich erwähnt. Hier wurde Mansfelder Kupfererz verarbeitet. Die Hütte stand oberhalb vom Kloster am Eingang im Ilfelder Tal. Die Anfuhr der Erze war recht beschwerlich, führte doch einst der Harzweg am Fuße des Mühlberges entlang. Nach Einstellung der Produktion hat man 1680 auf der wüsten Hüttenstätte die Papierfabrik Ilfeld gegründet. Die Förderung von Kupfererzen an der Langen Wand südlich von Ilfeld sind erst 1750 bezeugt worden. Im Jahre 1737 wurde der Rabensteiner Stollen als Steinkohlenbergwerk eröffnet. Nachdem die Förderung 1780 eingestellt war, erfolgte dann eine Wiederaufnahme von 1849 bis 1880. Weitere Lagerstätten gab es am Poppenberg und im Ilfelder Tal der Otto – Stollen. Der Otto – Stollen ist in den Jahren 1861 bis 1864 angelegt worden.
Der 30- jährige Krieg (1618 – 1648) bringt für die Bewohner des Südharzes viel Leid und Elend mit sich. Durchziehende kaiserliche Truppen plündern und brandschatzen. Auf Befehl des kursächsischen Oberst Vitztum von Eckstädt wird 1627 die Burg Hohnstein durch Brandlegung zerstört.
Die Grafen von Wernigerode mussten nach einem Vergleich am 22. März 1697 ihr Pferdegestüt auf der „Lange“ über dem Bodetal aufgeben. Daraufhin wurde 1698 das Hufhaus als neues Gestüt mit 13 Tieren gegründet. In der Nähe vom Hufhaus hat man im 19. Jahrhundert einen kleinen Waldfriedhof eingerichtet. Auf der alten Heerstrasse nordöstlich vom Hufhaus sind noch einige alte Grenzsteine von 1735 mit dem Drei Herrn - Stein (Dreiländereck) erhalten
Stift und Flecken Ilfeld im 18. Jahrhundert
Amtsrat Justus Christoph von Reiche wurde 1707 Nachfolger des verstorbenen Vice-Kanzlers Ludolf Hugo in der Klosteradministration. In seiner Amtszeit von 1707 bis 1740 hat er und des Klosters Stiftsamtmann Christian Ludwig Wrisberg alte Klostergebäude wieder instandgesetzt und durch Neubauten im Flecken den Grundstein für die heutige Ilgerstrasse gelegt. Bereits im Jahre 1713 hatte die Klosterkirche einen neuen Altar und eine neue Kanzel erhalten. 1735 wurde über der Vierung ein neuer Glockenturm errichtet. Seit 1736 umschloss eine Klostermauer den gesamten Gebäudekomplex der Schule. Ein neuer Seigerturm wurde 1729 mit einer Wohnung am Eingang des Pädagogiums erbaut. Somit hatte Ilfeld drei Tore: den Seigerturm, das Obertor in der Feldgasse und das Südtor am Steinberg.
Im Jahre 1712 wurden der Stiftsgasthof „Zur Krone“ und ein Pensionshaus für Hinterbliebene in der Vordergasse (heute Ilgerstrasse) errichtet. Der Gasthof „Zur Krone“ war auch Station für den Fremdenverkehr. Johann Wolfgang von Goethe übernachtete 1777 auf seiner Harzreise hier. Das gegenüberliegende Gebäude beherbergte im 18./19. Jahrhundert die Dorfschule und diente ab 1900 als Rathaus der Gemeinde Ilfeld. (daher der Begriff Altes Rathaus). Seit 1993 befindet sich das Heimatmuseum und 1999 das Gemeindeamt in diesem Gebäude.
Das älteste Gebäude am Neanderplatz ist das Amtshaus. Sein Erbauer war Amtsrat Justus Christoph von Reiche. Über den Haupteingang befindet sich das aus Holz mit schönen Rosenelementen und Engelfiguren geschmückte Wappen des Stiftes Ilfeld. Eine Inschrift erzählt uns, dieses Gebäude wurde auf den Fundamenten eines hier früher stehenden Hauses errichtet und eingeweiht am 22. April 1720. Hier war das Königliche Stiftsamt untergebracht. Im 7-jährigen Krieg (1756 – 1763) waren wieder fremde Truppen im Südharz. Amtmann von Wüllen und 18 Geiseln wurden verschleppt. Aus Freude über die glückliche Heimkehr im Friedensjahr 1763 ordnete von Wüllen die Ausschmückung des Amtshauses mit 300 brennenden Lampen an.
Ilfeld wird 1884 Landkreis
In der Provinz Hannover wurde am 6. Mai 1884 die neue Kreisordnung eingeführt und die alten Amtsbezirke aufgehoben.
Das Amt Hohnstein bildete damals mit den Ämtern Zellerfeld und Elbingerode den Kreis Zellerfeld. Das Amtsgericht Hohnstein wurde 1866 von Neustadt/Südharz nach Ilfeld verlegt. Zum Amtsbezirk Hohnstein gehörten zwei Flecken, 15 Landgemeinden und vier Gutsbezirke. So kam der neue Landkreis Ilfeld mit dem Amt Elbingerode im Oberharz zum Regierungsbezirk Hildesheim. Im Jahre 1865 hat man ein altes Lehrerwohnhaus und den Seigerturm der Klosterschule niedergelegt und den Grundstein für ein neues Verwaltungsgebäude, dem künftigen Landratsamt, gelegt.
Am 28. Dezember 1884 wird Amtshauptmann von Fumetti als erster Landrat des Kreises Ilfeld eingesetzt. Bernhard Julius von Fumetti war Polizeidirektor in Emden und wurde 1868 nach Ilfeld versetzt. Er starb als Geheimer Regierungsrat am 11. Juli 1907 in Hannover und fand in Ilfeld seine letzte Ruhestätte. In seiner Amtszeit ist die St. Georg – Marienkirche am 18.10.1868 übergeben worden und am 4. Juli 1884 fand die Einweihung der neuen Klosterschule statt.
Nach einer Volkszählung am 1.12.1910 wohnten auf 273 Quadratkilometern im Landkreis Ilfeld 16.656 Personen. Nach der Auflösung des Kreises Ilfeld am 1. Oktober 1932 kam das ehemalige Amt Hohnstein nach Nordhausen. 1995 wurde das jahrelang ungenutzte Gebäude umgebaut und saniert. Jetzt steht es als“ Hotel am Kloster“ allen Gästen zur Verfügung.
Ilfeld wird Luftkurort
In einigen Reisehandbüchern vom Harz wird Ilfeld vorgestellt. Im Buch „Der Harz“ herausgegeben vom Harzer Verkehrsverband lesen wir, Ilfeld preußischer Flecken mit 1800 Einwohnern – Jahresbesuch: ca. 2.300 Kurgäste (1916). Das Brockhaus Reisehandbuch 1971 gibt Auskunft über Kurverwaltung und FDGB Feriendienst im Ort.
Es wird berichtet über Unterkunft, Verkehr, Gastronomie, Geschichte, kulturelles Leben, Sportmöglichkeiten. Staatlich anerkannter Erholungsort.
Das Wappen der Gemeinde Ilfeld
Ein geschichtlicher Zeuge ist das schöne Wappen der Gemeinde Ilfeld. 1905 wurde es vom Landrat Dr. von Doetichem de Rande entworfen. Im unteren Feld rechts befindet sich der hohnsteinische Schachschild. (Zugehörigkeit zur ehemaligen Grafschaft Hohnstein). Darüber ist das Kloster Ilfeld symbolisch dargestellt. Links im Wappen das -O- bedeutet das alte Dörfchen Ohe. ( Das Wort „Ohe“ kommt aus dem lateinischen und heißt auf deutsch „Aue“.) Die Pflanze aber deutet auf die ehemalige Siedlung Espe hin. (Die Espe ist eine Zitterpappel.) Oben im Wappen die Zinnen – sind das Symbol für die alte Burg Ilfeld.
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