Das
Thüringer Forstamt Bleicherode-Südharz wurde aus den Forstämtern
Bleicherode und Ilfeld heraus gebildet.
Die Flächen des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz befinden
sich im Landkreis Nordhausen. Im Westen grenzt das Forstamt an den niedersächsischen
Teil des Harzes. Im Norden und Nordosten grenzt es an Sachsen-Anhalt. Südlich
des Wippertales erstreckt sich das Forstamt in die Höhenzüge Hainleite
und Dün.
Der gesamte Harzteil des Forstamtes liegt im Landschaftsschutzgebiet Südharz.
Insgesamt wurden auch 9 Naturschutzgebiete mit z. T. europaweiter Bedeutung
ausgewiesen. Trinkwasserschutzzonen sind auf einer Fläche von 1.420 ha
ausgewiesen. Neben den harztypischen Waldbiotopen, Bergwiesen und Geländeformationen
findet man im Forstamtsbereich auch naturnahe Bachläufe und Teiche, Feuchtwiesen
und Auenwälder.
Seltene Tier- und Pflanzenarten wie Wildkatze, Schwarzstorch, Feuersalamander,
schwarzer Apollo, Orchideen und verschiedene Trocken- und Magerrasengesellschaften
sind hier zu Hause.
Besonders sind aber die Karstformationen entlang des Zechsteingürtels,
wie z.B. Dolinen, Erdfälle, Karstbäche und -quellen, Höhlen und
Gesteinsformationen zu erwähnen. Das Naturschutzgebiet "Alter Stolberg"
ist für diese typischen Formationen und für seine geschlossene Waldbiotope
weithin bekannt.
Die Höhenlagen des Forstamtes liegen zwischen 158 m und 634 m über
N.N. (Großen Ehrenberg). Das Klima wird durch den Einfluss des Harzes
geprägt und reicht von montan, über submontan bis zu subatlantisch.
Der reich bewaldete Harz ist das nördlichste und an maritimen Einflüssen
am stärksten ausgesetzte deutsche Mittelgebirge. Das Grundgebirge des Harzes
belebt eine nach Norden herausragende Pultscholle, die mantelartig von mesozoischem
Deckgebirge umgeben wird. Im Süden schließen sich in der Südharzmulde
abgelagerte Sedimente des oberen Karbon (Zechstein bzw. Rotliegenden), sowie
darin enthaltenes Porphyrit an. Anschließend folgt eine Schichtstufenlandschaft
aus Sedimenten des Trias. Dabei ragt der Muschelkalk zum Teil als schroffe Plateaulage
aus dem Buntsandstein heraus.
Als Grundgestein treten im Harz vorwiegend Schiefer (Kieselschiefer), Grauwacke
und Eruptivgesteine (Porphyrit, Melaphyr und Diabas) auf. Im Harzvorland kommen
Zechstein (Gipsgürtel), Buntsandstein und Muschelkalk vor. Der jährliche
Niederschlag variiert unter 500 mm in der Goldenen Aue bis 900 mm im Harz, die
Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7 bis 8°C. Der Wald hat auf vielen
Standorten im Forstamt durch die sehr gute Nährstoff- und Wasserversorgung
optimale Wuchsbedingungen.
Gesamtwaldfläche und Waldeigentumsverteilung
Die Gesamtwaldfläche des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz
beträgt ca. 20 400 ha. Das Waldeigentum im Forstamt gliedert sich in den
Körperschaftswald mit ca. 3 900 ha, den Privatwald mit ca. 8 300 ha und
dem Staatswald (Landes-,Treuhand- und Bundeswald) mit ca. 8 100 ha. Zum Hoheitsgebiet
gehören ferner 1.475 ha des Stiftes Ilfeld, 674 ha der Fa. Knauf und 2.140
ha der Gräflich Stolberg´sche Forstverwaltung als eigenbeförsterte
Reviere.
Zum Staatswald zählen u.a. 214 ha Bundesforsten und 290 ha Landeswald
Niedersachsen. Für den Privatwald sind die zahlreichen Waldgenossenschaften
mit Größen zwischen 15 und 315 ha charakteristisch.
Forstgeschichte
Erste Rodungen begannen im 6. Jahrhundert durch die Franken. Im Zuge der Christianisierung
des Gebietes ab dem 8. Jahrhundert führten großflächige Rodungen
etwa zur heutigen Wald - Feldverteilung. Im Mittelalter diente der Wald vorwiegend
der Brennholzgewinnung und Waldweide, er wurde niederwaldartig bewirtschaftet.
Mit Zunahme der Bevölkerung wurde immer mehr Holz für Bauzwecke benötigt,
wobei Feuersbrünste die mittelalterlichen Siedlungen mit ihren Fachwerkhäusern
vernichteten. Salzgewinnung, Bergbau und Köhlerei verlangten ebenfalls
sehr viel Holz. Aufgrund der enormen Nachfrage entstand der Mittelwald. Im 16.
Jh. fand die Entwaldung ihren Höhepunkt, wesentliche Teile der Hainleite
waren entwaldet und wurden als Hutungen genutzt.
Mit zunehmender Industrialisierung und dem damit weiter steigendem Holzbedarf
hielt auch hier die nachhaltige Forstwirtschaft Einzug. So wurden ab dem 18.
Jh. die entstandenen Blößen wieder aufgeforstet (z.T. mit Nadelholz).
Im Rahmen der Säkularisation nach den napoleonischen Kriegen wurden aus
den Klosterwäldern preußische Staatswälder. Diese wurden ab
dem 19. Jh. schrittweise in Hochwald überführt. Dagegen behielt man
in vielen Wäldern der "Realgemeinden" (gemeinschaftliches Nutzungsrecht
einer Dorfgemeinschaft) den Hieb auf den stärksten Stamm bei. So entstanden
vorwiegend im Bereich der Hainleite Buchen-Plenterwälder, die als naturnahe
und ökologisch stabile Wälder als Vorbild für die heutige Bestandsbehandlung
dienen.